Urban Miner | Trabrennbahn Krieau: vom Rennpferd zum Seepferd. Eine Überlegung.
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Trabrennbahn Krieau: vom Rennpferd zum Seepferd. Eine Überlegung.

Trabrennbahn Krieau: vom Rennpferd zum Seepferd. Eine Überlegung.

Es gibt auf der Welt Plätze, die als städtebauliche Superbrands gelten. Wien hat Potential, eine solche zu erschaffen – in der Trabrennbahn Krieau. Als einst immer wieder überschwemmte Au, Zankapfel zwischen Wien und Klosterneuburg sowie späterem Austragungsort von Treibjagden, ist sie heute ein lebendiger Teil der Stadtgeschichte Wiens.

In den letzten zehn Jahren entstanden hier Wohnungen, Büros und neue Nutzungen. Durch die schöne Zusammenkunft vom Naherholungsgebiet Wiener Prater und der aktuellen Transformation, wird der Samen für eine neue Blütezeit gelegt. Durch die teils denkmalgeschützten Strukturen und gleichzeitig moderne Skyline-Architektur passiert hier eine Überlagerung, die den Ort zu einem neuen Mittelpunkt von Weltrang emporheben könnte. Mit dem Ausbau der Tribünen und Stallungen könnte ein Pendant zum israelischen Sarona Viertel in Tel Aviv entstehen. Und dann denke man noch an den Central Park, der den Status „National Historic Landmark“ trägt und nach europäischem Vorbild gestaltet wurde, mit den Prämissen: es ließe sich Geld verdienen, es würden neue Arbeitsplätze geschaffen, die kulturelle Stellung der Stadt würde gehoben werden, die Gesundheit der BürgerInnen würde gefördert werden und es gibt politischen Nutzen. Das alles wurde geschafft, wie wir heute wissen.

Diese Leistung können wir auch in Europa schaffen, im Herzen Wiens! Die Transformation heißt: vom Rennpferd zum Seepferd. Im Auge der Krieau entsteht ein See mit mondänem Stadt-Strand. Im Sand der Trabrennbahn fänden sich Spuren von Trabrennpferden, von freizeithungrigen WienerInnen, von Büro-Hengsten in Pause und sonnenanbetenden BewohnerInnen. Die kategorische Abgrenzung von Freizeit, Wohnen, Arbeiten ist durch die Digitalisierung de facto abgeschafft, die Überlagerung der Strukturen muss hier nachziehen, hinkt aber hinterher. Die Krieau könnte im wahrsten Sinne des Wortes zum Leuchtturmprojekt avancieren. Der denkmalgeschützte Turm in der Mitte des Areals würde zu ebendiesem – mit Strahlkraft über europäische Grenzen hinaus.

Fotos: (c) sonaar.at