Urban Miner | Glut und Asche – die Zusammenkunft der Urban Miner
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Glut und Asche – die Zusammenkunft der Urban Miner

Glut und Asche – die Zusammenkunft der Urban Miner

Tief im Westen, im ehemaligen Hausrucker Braunkohlerevier, trafen sich am 26. Mai 2017 österreichische Spitzenvertreter der Kreativen Industrie. Kumpel, die überzeugt sind: Das Jahrhundert der Kreativität hat begonnen. Ziel der Zusammenkunft am Thomasroither Südfeldstollen, einer ehemaligen Förderanlage, war die Absteckung von Claims, Schürfrechten sowie die Schaffung einer wirkmächtigen Organisation – in Anlehnung an die Wolfsegg-Traunthaler Kohlenwerks AG (Bergbaugesellschaft im Hausruck).

Im Verbund will man neue Bohrtürme montieren und Urbane Minen erschließen – im Wissen, dass Raum, Ökologie, Kapital, Lifestyle und Geschichte Talente lockt, ein innovatives Produktionssystem formt und damit Österreich und Europa als Förderanlage der Kreativität international positioniert.

Denn: Noch zählen Seltene Erden zu den begehrtesten Rohstoffen der Welt, bald wird die Förderung von Kreativität und die Gewinnung von Innovationen über Erfolg oder Misserfolg von ganzen Gesellschaften entscheiden. Das Grubengold der Zukunft besteht aus gesellschaftlichen Grundstoffen, die für eine stetige Erneuerung der Zivilisation unerlässlich sind. Schätze, die als Erkenntnisse, Utopien oder Visionen gehandelt werden und nicht fossil sind. Werte, die durch Kunst, Kultur, Forschung oder Bildung entstehen und sich durch Förderung vermehren. So wie es seit der digitalen Gründerzeit Inkubatoren für Pioniergeist und Vernetzung gibt, etwa Coworking-Spaces oder Digital Hubs, erfordert es auch im technischen und industriellen Sektor derartige Triebfedern für Innovationskraft. Heute sind Industrieanlagen keine Milliardeninvestition mehr, weil Maschinen wie 3D-Printer immer günstiger werden und längst den Consumer-Markt erobern. Es braucht daher Orte, die Kreativität fördern, die Fantasie anregen, Forschung als Rohstoff begreifen und neue Vernetzung schaffen. Aus diesen Minen werden Prototypen gewonnen – soziale, technologische, politische und gesellschaftliche.

Vom Hausrucker Braunkohlerevier zu Europas Brownfields

Laut Business Upper Austria (OÖ Wirtschaftsagentur GmbH) gibt es in Österreich tausende ungenutzte Industriebrachen. Sogenannte Brownfields sind eine Brache, die nach der Aufgabe der industriellen Nutzung von Industrieanlagen entsteht. Insgesamt ergeben diese eine Fläche von rund 130.000.000 m², eine Fläche von der Größe der Stadt Linz. Das entspricht etwa 4500 durchschnittlichen Betriebsstandorten. Anhand der Tabakfabrik Linz und der Spinnerei in Leipzig wurden Eignung, Chancen und Risken von Brownfields für die Kreativen Industrien, aus Investorensicht und aus einer gesellschaftlichen Warte betrachtet und besprochen. Könnte doch die Wiedereingliederung von Industriebrachen in den Wirtschaftskreislauf (Brownfields Redevelopment) die weitere Zersiedelung der Landschaft verhindern oder bremsen und gleichzeitig einen Mehrwert für Investoren und der Kreativen Klasse darstellen.

Neben Europas Brownfields waren auch noch kreativitätsstimulierende Spezialimmobilien zu Wasser, zu Lande und in der Luft ein Thema der Zusammenkunft. Die nächste dieser Art erfolgt unter dem Titel „Feuer und Flamme“ an einem noch nicht genannten Ort.