Urban Miner | Freiheit durch Raum
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Freiheit durch Raum

Freiheit durch Raum

„Break the rules, not the law“: Kreative Berufe müssen immer wieder Grenzen überschreiten, um Entwicklungen vorwärtszutreiben. Vorauseilender Gehorsam, kontrolliert von einer geistigen Grenzpatrouille, bedeutet Mittelmaß innerhalb der und durch diese geschlossenen Systeme. Hingegen sind offene, autopoietische Systeme und Versuchsfelder Freiräume. Freiräume, die Freiheit durch Raum und nicht Freiheit von Raum bedeuten. Freiraum schafft Kreativität, Kreativität schafft universelle Innovationen. Innovationen schaffen Jobs, Werte und Wohlstand, bremsen den Braindrain einer Stadt.

Die schöpferischen und gestaltenden Menschen bilden die Basis der Kultur- und Kreativwirtschaft: AutorInnen, FilmemacherInnen, MusikerInnen, KünstlerInnen, SchauspielerInnen, ArchitektInnen, DesignerInnen und SoftwareentwicklerInnen prägen die Ästhetik der Zeit und die kulturelle Vielfalt, sorgen für kreative Erneuerung und beflügeln zugleich die wirtschaftliche Dynamik einer auf Wissen und Innovation basierenden Ökonomie.
Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist insbesondere von Freischaffenden sowie von Klein- und Kleinstbetrieben gekennzeichnet. Ihre AkteurInnen sind überwiegend erwerbswirtschaftlich orientiert und nicht primär im öffentlichen Sektor (Museen, Theater, Orchester in öffentlicher Trägerschaft) oder zivilgesellschaftlichem Segment (Kultur-, Kunstvereine, Stiftungen, etc.) tätig. Sie beschäftigen sich mit der Schaffung, Produktion, Verteilung und/oder medialen Verbreitung von kulturellen oder kreativen Gütern und Dienstleistungen.

Zur Kultur- und Kreativwirtschaft werden im Augenblick elf Teilmärkte bzw. -Branchen gezählt:

  1. Musikwirtschaft
  2. Buchwirtschaft
  3. Kunstmarkt
  4. Filmwirtschaft
  5. Rundfunkwirtschaft
  6. Markt für darstellende Künste
  7. Architekturmarkt
  8. Designmarkt
  9. Pressemarkt
  10. Werbemarkt
  11. Software-/Games-Industrie

 

Seit Ende der 80er Jahre entwickelt sich die Kultur- und Kreativwirtschaft zu einem der dynamischsten Wirtschaftszweige und wird heute als zukunftsträchtigste Wachstumsbranche der Weltwirtschaft gehandelt. Ihr Beitrag zur nationalökonomischen Gesamtleistung (Bruttowertschöpfung) in Deutschland betrug im Jahr 2013 schätzungsweise knapp 65 Milliarden Euro (2,3 Prozent). Damit ist sie vergleichbar mit großen Leitbranchen, wie etwa der Automobilindustrie, dem Maschinenbau, der Chemie oder dem Finanzdienstleistungssektor und der Energieversorgung.
Mehr als jedes zehnte Unternehmen in Österreich zählt zur Kreativwirtschaft, das sind rund 38.400 erwerbswirtschaftliche Kreativunternehmen mit über 130.400 Beschäftigten (4,1 % aller Beschäftigten in Österreich). 2010 könnten Umsätze im Umfang von 18.2 Mrd. Euro erwirtschaftet werden. Unabhängig von der Unternehmensgröße kann im Vergleich zur Gesamtwirtschaft eine durchschnittlich höhere Umsatzrentabilität kreativwirtschaftlicher Betriebe festgestellt werden. Der wirtschaftliche Erfolg der kulturellen und kreativen Industrien Österreichs manifestiert sich auch in ihren Gewinnzahlen: So konnten 2010/11 rund 70 % der Unternehmen positive Betriebsergebnisse erzielen.

Wirtschafts- und Standortfaktor

Kultur- und Kunstförderung ist zugleich auch Wirtschaftsförderung. Längst gilt das kulturelle Umfeld einer Region als entscheidender Standortfaktor für die Ansiedlung von Unternehmen. Nun erkennen Länder und Kommunen zunehmend die Bedeutung kreativer Unternehmen und richten Anlaufstellen für die Förderung der Branche ein.

Denn das Innovationspotenzial ist nicht nur innerhalb der Kreativwirtschaft sehr hoch, sondern wirkt auch als Treiber für innovative Produkte und Dienstleistungen in anderen Branchen. Die Kreativwirtschaft wird damit zum Multiplikator für Wertschöpfung, Wachstum und Beschäftigung und leistet darüber hinaus einen wesentlichen Beitrag zur Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze – vor allem im Bereich der Klein- und Mittelbetriebe –, zur Erhöhung der Attraktivität von Städten und Regionen als Wirtschaftsstandort und zur Stärkung regionaler Innovationssysteme.