Urban Miner | Das Europäische Bauhaus
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Das Europäische Bauhaus

Das Europäische Bauhaus

Bauhaus-Stil folgt grünem Deal

„Die Welt von morgen erbauen; die nachhaltiger, schöner und humaner ist. Das ist unser Ziel!“, mit diesen Worten schloss Ursula von der Leyen ihre Rede, in der sie sich für ein neues Europäisches Bauhaus aussprach. Die Präsidentin der Europäischen Kommission nimmt die Denkschule von Walter Gropius als Modell für eine neue Bewegung. Was vor 100 Jahren begann eine Brücke zwischen Handwerk und Kunst zu schlagen, soll heute dem „Green Deal“ der Europäischen Union als Lehre dienen, um den notwendigen Wandel als etwas Schönes für alle EuropäerInnen (be-)greifbar zu machen.

Das Europäische Bauhaus dient dabei als interdisziplinärer Denk- und Experimentierraum, der attraktive und anwenderfreundliche Konzepte bis in unser Wohnzimmer sendet.

Das Ziel ist, die Idee über die Grenzen Europas zu tragen. Beflügelt von einer ersten Schärfung der Bewegung werden fünf Europäische Bauhaus-Projekte in unterschiedlichen Mitgliedsstaaten, die sich auf Nachhaltigkeit verständigen und Projekte, angepasst an lokale Bedingungen mit einem spezifischen Fokus (z.B. Baumaterialien, Energieeffizienz, Demografie,…), installiert und aufgebaut.

Ein Jahrhundert nach dem Entstehen brennt das Feuer des Staatlichen Bauhauses weiter und findet sich in vielen innovativen Projekten wieder. Dem ursprünglichen Bauhaus-Gedanken folgend, würdigt das Europäische Bauhaus die moderne Technologie und verbindet die Kunst eng mit dem Handwerk. Die Verknüpfung mit der Nachhaltigkeit ist ein essenzieller Wesenszug, der an öffentlicher Bedeutung und Verbindlichkeit gewinnt.

„Das Ziel des Bauhauses ist eben kein Stil, kein System, Dogma oder Kanon, kein Rezept und keine Mode! Es wird lebendig sein, solange es nicht an der Form hängt, sondern hinter der wandelbaren Form das Fluidum des Lebens selbst sucht!“

Walter Gropius, 1930 (* 18.05.1883 in Berlin; † 5. Juli 1969 in Bosten, Massachusetts)

Erster klimaneutraler Kontinent

Durch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg entstand die Fridays for Future Bewegung, die weltweit mit Schulstreiks auf die dringende Umsetzung von Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele pocht. Auch die EU legt mit dem Green Deal Zeugnis ab. Damit schärft die Europäische Union die Klimaziele nach und setzt sich das ambitionierte Ziel bis 2050 die Emissionen von Treibhausgassen auf null zu reduzieren.

Laut eigenen Angaben sei es der EU in den vergangenen drei Jahrzehnten gelungen, die Emissionen vom Wirtschaftswachstum loszulösen. Im Zeitraum von 1990 und 2019 zeigt sich, trotz Rückgang der Netto-Treibhausemmissionen um 25 Prozent, ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 62 Prozent.

Grüne Genesung nach Lockdown

Auch wenn die Coronapandemie 2020 ihren mächtigen Schatten über die Klimaschutzdebatte wirft, so hat vor allem sie gezeigt, dass tiefgreifende Maßnahmen große Wirkung zeigen. Bedingt durch weltweite Lockdowns erholten sich die Luftwerte, der teils massiv verschmutzen Metropolen der unmittelbar.

Dennoch kein Grund für Luftsprünge, in Anbetracht der massiven ökonomischen Folgen, die noch weiterwirken werden, bis ein lebensrettender Impfstoff das angeschlagene Europa aus der Depression holt.

Die wirtschaftliche Erholung erfordert dabei einen massiven Investitionsschub. Diese Chance will die Europäische Union ergreifen und Investitionen im Einklang mit den gewachsenen Klimaambitionen leisten, um damit ein dauerhaftes und nachhaltiges Wachstum zu fördern.

„Wir müssen dafür sorgen, dass wir aus dieser Krise nachhaltig kommen, dass wir aus dem Green Deal unsere Wachstumsstrategie machen. Damit wir auch Europa sauberer machen, widerstandsfähiger und wettbewerbsfähiger. Und dazu muss es auch grün werden.“
Frans Timmermans, EU-Kommissar für Klimaschutz in einem Interview mit der Tagesschau vom 8.5.2020

Die Utopie vom nachhaltigen Menschen?

Ein Europäisches Bauhaus stellt den Menschen in den Mittelpunkt des „Green Deals“. Nachhaltigkeit, Inklusivität und Ästhetik als Grundpfeiler visualisieren den ökologischen Wandel und machen in haptisch. ArchitektInnen, KünstlerInnen, Studierende, WissenschaftlerInnen und alle, die einen Beitrag leisten möchten sind aufgefordert, das neue Europäische Bauhaus zu gestalten und lebendig zu machen.

So entsteht aus der Utopie eine Mission, die Nachhaltigkeit als formschönes und erschwingliches Produkt in alle Haushalte und nah an den Menschen bringt.